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Klasse! 5.Platz bei der WM in Indien
Mit voller Freude im Gepaeck auf die diesjaehrige WM in Indien ging es Anfang August los.
Einige Wochen lang habe ich mich vorbereiten koennen, nach ueberstandener Fussverletzung, war ich auch wieder voll belastbar.
Schon im Juni konnte ich einige gute Leistungen zeigen, dabei erreichte ich einen 2.Platz beim EBU Finale in Assen, den Viertelfinaleinzug bei den Malaysian Open sowie knappe 2.Rundenniederlagen in Singapur und Indonesien gegen die späteren Siegerinnen aus Hongkong China/ Indien. Das Indien ein gutes Pflaster werden würde, daran habe ich fest geglaubt, doch ich wusste, dass von Runde eins an harte Gegnerinnen auf mich warteten. Zunächst traf ich auf Aditi Mutatkar aus Indien, eine Lokalmatadorin, gegen die ich noch bei den Bitburger Open 2008 im Halbfinale das Nachsehen hatte. Dem Wunsch einer Revanche konnte ich durch eine konzentrierte Leistung von Beginn an gerecht werden. Hohes Tempo auf den Beinen, aggressives Spiel und eine gute mentale Einstellung haben mir geholfen einen ungefährdeten Sieg zu erzielen. Als nächste Gegnerin wartete Ella Diehl – man hat schon häufig auf Wettkämpfen gegen einander gespielt – zudem ist sie seit 2009 regelmäßig Sparringspartnerin am Dameneinzel Stützpunkt in Mülheim. Auch hier war wiederum höchste Konzentration gefordert, da ich nicht nur aus guten Trainingsleistungen gewarnt war und ihre Stärken kenne. Von Beginn an wollte ich zeigen wer hier und heute der Chef auf dem Platz ist und zu keinem Zeitpunkt habe ich mein Ziel aus den Augen verloren da weiter zu machen, wo ich bei Spiel eins aufgehört habe. 21:9 und 21:11 hieß am Ende das Resultat und dieser Sieg war, wenn es auch recht deutlich aussieht, ebenso harte Arbeit. Es lief an diesem Tag optimal für mich… Setzplatz erst einmal bestätigt und Einzug ins Achtelfinale gesichert. Nun begann schon die Vorbereitung auf das nächste Match – ich war glücklich, dass ich eine der weltbesten Badmintonspielerinnen aus China, Wang Yihan, herausfordern durfte. Für solche Spiele trainiere ich Tag für Tag, Woche für Woche sehr intensiv und somit freute ich mich auf das Match. Gemeinsam mit meiner Mentaltrainerin, die mich das gesamte Turnier aus der Heimat begleitete, herzlichen Dank an dieser Stelle, habe ich mich auch wieder auf dieses Spiel vorbereitet. Zudem kam auch die übliche Matchvorbereitung mit meinem Coach. Mein Ziel war es noch mal zu den beiden Begegnungen zuvor eine Schippe drauf zu legen, noch aggressiver und schneller zu spielen…das nötige Maß an Spannung war vorhanden als ich den Court betrat. Danach folgten gut 40min pure Juli mit aller Leidenschaft, Siegeswillen, Bereitschaft und Spielkontrolle. Ich spürte, dass es heute mein Tag werden würde, auch wenn ich im 1.Satz zunächst einem Rückstand hinter her jagen musste. Dennoch blieb ich immer dran und konnte nicht nur den 1.Satz mit 21:18 für mich entscheiden, sondern auch den 2.Satz mit 21.15. Somit war der Sieg perfekt. Wahnsinn, das hat richtig Spaß gemacht. Der Wunsch jetzt nach einer Medaille zu greifen war da, aber ich wusste genau wie schwer es werden würde gegen Hongyan Pi aus Frankreich zu gewinnen, die nun im Viertelfinale mit mir um eine Medaille kämpft. Die gesamte Vorbereitung lief auch wieder so ab wie die Tage zuvor. Ritualisierte Tagesabläufe, die einem Sicherheit geben und genau das hilft einem in solchen Situationen. Ich musste 110% bei Spielbeginn klar sein denn die Französin war auch vorgewarnt was meine aktuellen Leistungen bei dieser WM betreffen. So war es gleich von Beginn an das erwartet schwere und umkämpfte Match. Lange Zeit blieben wir auf Augenhöhe ehe ich es schaffte mich abzusetzen und den 1.Satz mit 21:15 zu gewinnen. Wie die Feuerwehr legte ich dann nach dem Seitenwechsel los, ehe bei 5:1 Führung der Bruch kam und ich von meiner Linie abkam – schade. Denn bei mehr Konsequenz in dieser Phase des Spiels…wer mag den Ausgang prophezeien, jedoch sicherlich beste Möglichkeiten in zwei Sätzen als Siegerin vom Platz zu gehen. Das Spiel kippte leider und ich verlor mit 15:21. Plötzlich war ich nicht mehr so früh an den Bällen, machte vermeidbare Fehler und brachte meine Gegnerin mehr und mehr ins Spiel. Müdigkeit machte sich breit, es wurde zunehmend schwerer zu punkten. Im 3.Satz habe ich nochmals alle Kräfte mobilisiert und nach einem 12:17 Rückstand habe ich auf 19:19 ausgleichen können, doch das kostete zu viel Energie. Aber nach dem Rückstand noch einmal so für Spannung zu sorgen, das war schon klasse. Meine Unberechenbarkeit kam hier ans Licht. Leider fehlte am Ende dann das Quäntchen Glück – Sieg und Niederlage liegen ganz eng bei einander und heute war ich zweite Siegerin. Die Endstation war bei der WM 2009 in Indien also das Viertelfinale, aber es war ein gewonnener 5.Platz mit tollen Erfahrungen und Leistungen an die ich weiter anknüpfen möchte – so Gott will und Dir mir viel Kraft und Vertrauen in meinen Weg geben. Im Anschluss reiste ich noch mit meinen Kollegen der Nationalmannschaft zu den Macau Open weiter – hier habe ich ein weiteres gutes Ergebnis mit Platz drei erreicht. Trotz leichter körperlicher Probleme habe ich meine Topform von der WM bestätigen können – das macht mich glücklich. Ein Dank auch an Birgit für die wertvolle Zeit mit Dir. |
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